Tips zum Bau von Buddelschiffen:

Ein weiterer Tipp zur Verschanzung von Dieter Wendt
Zur Herstellung von Verschanzungen läßt sich ganz gut Biegeholz benutzen, ein speziell behandeltes Holz mit vielen Vorteilen. (Näheres dazu im Internet.)

Es läßt sich in dünne Leisten sägen und wie Draht spannungsfrei in fast jede Form biegen und bleibt dann auch so. Jede Art von Decksprung läßt sich problemlos nachformen, und das in trockenem Zustand. Leimen, bohren, schleifen und bemalen läßt es sich wie jedes andere Holz.
 

Blöcke im Maßstab 1:200 - aus kleinen Glasperlen Marcus Schormann
der Tipp unseres Mitglieds P.Hille war mir nicht ganz unbekannt so habe ich mir gedacht ihn mal wieder anzuwenden bei einem Modell im Maßstab 1:200, DAGMAR AAEN. Ein gaffelgetakelter ehemaliger Haikutter im Besitz von Arved Fuchs, der mit diesem Schiff ständig die kalten Regionen unserer Welt zu Explorationszwecken bereist.
Bei der Herstellung der diversen Blöcke greife ich in die seemännische Erfahrungskiste, schlinge einen Slipstek aus einem 0,4er Nähfaden. Dahinein lege ich die 1mm Aufzieh-Perle. Mit feinen Tröpfchen Nagellack, meinem bevorzugten Kleber fürs Feine, unterstützt ziehe ich den Knoten tight und sichere noch mit einem halben Schlag. Dunkelbraune Modellbaufarbe gibt den richtigen Farbton eines gebrauchte Blockes. Zur Ausführung dieser Takelarbeit spieße ich die Perlen mit einen Nadel auf ein Montagebrettchen. Das hat den gewünschen Nebeneffekt das die Bohrung der P. Frei von Kleber und Farbe bleibt. Gewünscht deshalb, weil ich im Ergebnis funktionsfähige Blöcke brauche.
Der Grund ist die Takelage des benannten Schiffes. Sie muss für den Vorgang Stapellauf absolut beweglich sein. Insbesonders Großschot, Gaffelfall, -geeren und die Backstagen, die ja alle als Taljen ausgeführt sind müssen nach dem Einbuddeln in die richtige Stellung gebracht werden. Wobei ich es bei den Backstagen, dreipartige Taljen, für ein wenig gewagt halte sie tatsächlich als Taljen bewegen zu wollen. Daher greife ich hier zu einem weiteren Trick. Die gesammte Talje wird unten auf der Verschanzung nicht fest gemacht sondern an einem weiteren Faden der dann durch einen Augbolzen nach vorne zum Querbrett auf der Hellig läuft. So kann dann die gesamte Talje herangeholt werden im Finish. Mit der oben beschriebenen Methode erreiche ich also nicht nur eine tolle Optik sondern auch eine sinnvolle Funktion. Besten Dank an Peter Hille, die Bezugsquelle ist sicher wertvoll und der Tipp ein Ansporn für alle.
Bildbeispiele

Die Spannschraube Marcus Schormann
Bei der Realisierung von modernen Yachten oder Booten stand ich vor der Frage wie empfinde ich die Wanten und Stagen nach wenn ich möglichst authentisch bleiben möchte auch in Buddelschiff-Maßstäben um 1 : 200 oder kleiner.
Die Idee feine Röhrchen zu Spannschrauben werden zu lassen war das eine, das andere woher kriegen.
Ein Faden der z.B. zu einem Want oder Stag werden soll, hat zwischen 0,2 und 0,5 mm Durchmesser. Der zur Disposition stehende Silberfaden -> Stahldraht im Original, misst 0,3 mm. Der Innendurchmesser einer 0,8er Injektionsspritze 0,8 mm. Die Spannschraube war gefunden. Also die Spitze ab und kleine Stücke von 4 mm Länge ´geschnitten´.
Nun Vorsicht: Schutzbrille auf! Auf einem harten Untergrund mit einem sehr scharfen weil neuen Tapetenmesser an der definierten Stelle rollern wie im großen ein Rohrschneider. Dann abbrechen – so erhalte ich einen glatten Abschluss. Innen bleibt aber eine scharfe Kante. Die ´glätte´ ich indem ich mit einem 0,8 mm Bohrer wie mit einer Rundfeile die Kante breche. Am Anfang kostete das zwar ein paar Bohrer aber was solls, das Ergebnis überzeugte - seht selbst. Nun wird das Want oder Stag durch das Röhrchen weiter durch den Augbolzen an Deck und wieder zurück durch das Röhrchen gefädelt. Mit ein wenig Spannung versehen kann der Faden jetzt oberhalb der Spannschraube mit einem halben Schlag gesichert werden. Da der Mast ja beim Riggen mit ein wenig Neigung nach achtern ab Deck steht kommt beim vollständigen Aufrichten das Want schön steif. Der knoten wird zuvor noch mit einem Tröpfchen Kleber gesichert.

Der Trick mit den Stagen Marcus Schormann
Oft genug stehen wir vor dem Problem, das zB bei gaffelgetakelten Schiffen oder Booten beim Umlegen der Masten die Verbindung von Baum zu Mast sowie Gaffel zum Mast mit der sonst angewendeten Schlaufe an der Vorkante der Spiere nicht genügend Bewegungsfreiheit lassen will. Machen wir sie größer können wir das dazugehörige Segel im Vorlieksbereich nicht korrekt an den Mast bekommen, machen wir die Schlaufe zu klein kann die Spiere nicht ganz an den Mast heranklappen.
In solchen Fällen kombiniere ich einfach das meist im Bereich Gaffel oder etwas höher vorne am Mast angeschlagene Vorstag mit der Befestigung der jeweiligen Spiere. Das „Stag“ wird dabei durch eine Bohrung durch den Mast geführt. Achterlich dem Mast wird es dann mit einem Palstek an der Spiere befestigt oder, wenn es als Gaffelfall dient, wird zunächst ein weiter Palstek aufgesetzt, dieser mittig aufgeschnitten und die beiden losen Enden dann durch die entsprechenden Bohrungen der Gaffel geführt. Der eigentliche Knoten wird ein wenig aus der Bohrung im Mast herausstehend belassen und später mit Kleber gesichert sowie mit einem Tröpfchen Farbe zu einem ´Block` gestaltet.
Führt der Mast noch ein weiteres Vorstag und ein Gaffeltopsegel mit Spiere kann dies in der gleichen Machart befestigt werden. So kann dann beim ´Stapellauf´ das Gaffeltopsegel wesentlich freier bewegt und am Ende auch positioniert und dichtgeholt werden.
Bildbeispiele

Die Verschanzung Marcus Schormann
viele Schiffe und auch Boote haben in bestimmten Bereichen bzw umlaufend um das gesamte Hauptdeck keine Reling sondern eine feste ´Verschanzung´ die direkt in die Bordwand übergeht. Diese herzustellen in den bekanntermaßen kleinen Maßstäben des Buddelschiffbaus ist manchmal nicht ganz einfach. Ausschnitzen aus dem fertigen Rumpf manchmal nicht ganz einfach und vom Ergebnis nicht immer befriedigend. Fein bzw filigran kann man diese aber auch aus Furnier oder noch feiner aus Klebestreifen von Videokassetten herstellen s. auch Bild des Schnellfrachters VALDIVIA: Die erstere Variante möchte ich hier am Beispiel der DAGMAR AAEN im Maßstab 1:200 beschreiben.
Nachdem zunächst der Rumpf fertiggestellt wurde, wird umlaufend eine feine (0,5x0.5mm) Kerbe in die Kante Bordwand/Deck geschnitten. Haben wir den Deckssprung noch nicht in den Rumpf integriert werden nun kleine Furnierstreifen vorne und achtern auf die zukünftige Decksfläche geklebt. Durch schleifen erhalten wir die gewünschte Deckswölbung. Darauf kommt dann das eigentliche Deck aus gut, d.h. fein, gemaserten Furnier. Auf die Rumpfform zugeschnitten haben wir jetzt z.B. im Vorschiffsbereich die Möglichkeit die Neigung der Verschanzung nach außen durch entsprechendes Überstehen der Decksfläche nach außen zu erreichen. Nun werden feine Furnierstreifen hergestellt, etwas breiter als die V. hoch werden soll, und zunächst gewässert So können wir sie entsprechend der Rumpfform biegen. In die Nut bzw Kerbe im Rumpf kann jetzt Stück für Stück die Verschanzung eingeklebt werden. Vor dem ankleben der Furnierstreifen sollte die Decksfläche lasiert bzw lackiert oder gemalen werden um ein eventuelles Verschmieren mit Kleber nicht allzu sichtbar werden zu lassen. Je nach Maßstab und auch je nach dem wie stark die V. ausfallen soll können natürlich mehrere Streifen Furnier übereinander geklebt werden. Im Bug- u. Heckbereich werden die zuvor gewässerten und vorgebogenen Streifen nach dem Trocknen verwendet.
Nachdem die Verschanzung dann rundherum hergestellt und gut ausgetrocknet ist kann sie auf die gewünscht Höhe vorsichtig geschliffen werden, inklusive dem entsprechenden Sprung insbesondere im Bugbereich. Als Abschluss bzw seemännisch ´Schanddeckel´wird dann oben auf ein feinster, wiederum zuvor gewässert und gebogener Streifen Furniers aufgesetzt und ebenfalls zugeschliffen. Den Rest besorgen Farbe, Lack oder Lasur zur entsprechenden Farbgebung. Material für den Schanddeckel ein zu einem schmalen Streifen zugeschnittenes Imbiss-kaffee-umrühr-stäbchen. Viel Spass beim eventuellen Verwerten eines weiteren Tipps aus der Olchinger Kellerwerkstatt – euer Marcus Schormann
Bildbeispiele

Werkzeuge zum Buddelschiffbau von Norbert Benner

Welches Material wird für die Segel verwendet:

...ich nehme mit Erfolg 80gr. Papier, also sehr dickes Briefpapier.
Das läßt sich hervorragend in Form bringen, also etwas "bauchig" formen. Brüchig ist es bei mir auch noch nie geworden. Wenn man das Papier für kurze Zeit in Tee oder Kaffee legt, kann man es auf einfache Weise auch einfärben.

Es gibt zwei Alternativen:
 
Briefpapier, das "Holzfrei" ist, wird auch nach längerer Zeit nicht brüchig, aber wenn ein Knick erst einmal drin ist, ist er auch dort langlebig...
 
Ich bevorzuge die andere Methode: Stoff. Die feinsten, schon seit Jahren immer wieder gewaschenen (Damen-)Taschentücher ergeben schöne Segel. Mit etwas Geschick lassen sie sich auch bauchen und nehmen beim "Einbuddeln" nichts übel.

...ich benutze dünnsten Leinenstoff.
Den kann man bügeln, über einer Rolle formen, dann mit farblosem Spray festigen, und darauf kann man noch malen etc.

...ich verwende auch Zigaretten-Papier für die Segel, ich beschrifte es sogar auch im Laserdrucker mit Schiffsnamen oder Registrierungsnummern oder einfach mit Mustern. Kolorieren kommt dann anschließend mit Tuschefarben oder auch ganz gewöhnlichen Wasserfarben.
 
Um die Segel nacher in Form zu halten, (Wölbung) tränke ich sie mit Wasser verdünntem Weißleim( 5-8:1 Wasser zu Leim) und lasse sie auf einer kleinen geformten Wachsplatte ausdrocknen.
 
Danach habe ich keine Falte mehr und der Leim gibt dem ganzen zusätzliche Steifigkeit.so dass die Segel nicht brüchig werden.

Werkzeugtips

Peter Hollander ist auf der Suche nach Minischnitzwerkzeugen im Internet fündig geworden.
 
Lieferant der Werkzeuge ist die Firma:
Maderas Drechseltechnik
Zum Klevenberg 5
23898 Klinkrade

Tel: 04536 1409 oder 0171 742 67 77
Fax: 04536 433
www.drechseltechnik.de
e-mail: info@maderas.de
 
Er hat sich ein Balleisen gerade gekröpft in 5 mm, ein Hohleisen 2 mm und ein Geißfuß 3 mm gekauft.
Jedes Eisen kostet 18,10 inkl. MWSt. + Versandkosten.

Dieter Wendt aus Norderstedt schreibt etwas zu Minischnitzwerkzeugen:
 
Da wir beim Buddelschiffbau ja nur weiches Holz verwenden, bin ich bisher ganz gut mit Schneidefedern für Linolschnitt (aus dem Bastelladen, z.B. von Tif) ausgekommen. Sie lassen sich auch gut nachschärfen und kosten nicht viel.